Köln-Porz-Langel, 01.November.2011
Stadt Köln
Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Klaus Harzendorf
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Gleichlautend an: Siehe Verteiler in der Anlage
Sehr geehrter Herr Harzendorf, sehr geehrte Frau Haas – und alle anderen im Verteiler genannten Personen und Institutionen!
Vielen Dank für die Beantwortung unseres Schreibens an Herrn Oberbürgermeister Jürgen Roters vom 15.08.2011. Leider ist wieder viel Zeit verstrichen und die Sicherheit der Kinder auf den Wegen in die Kindergärten und Schule liegt weiterhin im Argen. Und der nächste Winter mit allen seinen Gefahren kommt bestimmt!
Dass Eltern und Angehörige von Kindern sich Sorgen um ihren Nachwuchs machen, haben sie mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht. Uns liegen Listen vom Februar und September 2011 mit ca. 190 Unterschriften vor, in denen sich Eltern in den Kindergärten, der Schule und auf Elternabenden für unsere Aktion Sichere Wege für unsere Kinder in die Schule und Kindergärten eingetragen haben.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf eine Fachtagung des Netzwerks Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Verkehrsverbund Rhein-Sieg in Köln am 08.11.2006. Eine, u.a. auf Initiative der Regierungsvizepräsidentin Ulrike Schwarz aus dem Jahre 2005 veröffentlichte Unfallstatistik, ergab folgendes Bild: Von insgesamt 84.000 im Straßenverkehr verunglückten Menschen in NRW, waren 1.700 jünger als sechs, 2.500 zwischen sechs und neun und 4.750 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren! Diese Unfallzahlen sollten zu denken geben, denn jedes verunglückte Kind ist eines zuviel!
Sie beschreiben u.a. „die rechtlichen Voraussetzungen“ für die Schaffung eines Gehweges im Bereich Loorweg / Lülsdorfer Straße. Auch wenn Sie Teile dieses Abschnitts als „anbaufrei“ einordnen, haben deren Anwohner einen Anspruch auf sichere (Geh-) Wege (Infrastruktur) wie jeder andere Langeler auch. Die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen liegt bei der Verwaltung, die das Wohl aller Bürger im Blick haben sollte.
Die Verkehrssituation im Abschnitt Loorweg / Lülsdorfer Straße (K 22) wird sich auch in Zukunft durch folgende Kriterien weiter verschärfen:
Der gesamte Verkehr von und in Richtung Lülsdorf, sowie von und nach Porz-Zündorf, muss diesen Straßenabschnitt benutzen. Eine Ausweichmöglichkeit wegen einer fehlenden Umgehungsstraße besteht nicht. - Eine Alternative für den Pkw-Verkehr könnte geschaffen werden, indem man die Straßenbahnlinie 7 bis Langel verlängert. Beide Planungen haben sich zu „Dauerbrennern“ entwickelt, die bereits seit vielen Jahren in den Schubladen der Verwaltung ihr Dasein fristen. Stattdessen werden immer mehr Häuser geplant, aber die Infrastruktur hinkt hinterher.
Keine Beachtung Ihrerseits findet in unserem Schreiben der Vorschlag, den „Trampelpfad / Schotterweg“ in der Dorfmitte hinter den Häusern der Lülsdorfer Straße mit einer Schwarzdecke zu versehen. Dabei wäre das eine gute Möglichkeit, hier für eine Entspannung des Verkehrs in diesem Abschnitt der Lülsdorfer Straße zu sorgen. Zumindest die Kinder – und eigentlich alle Langeler - würden so eine Maßnahme begrüßen. Gäbe es dann doch wenigstens in diesem Bereich einen sicheren Weg außerhalb des ruhenden und fließenden Verkehrs in der Dorfmitte.
Wir dürfen Sie noch einmal bitten Überlegungen anzustellen, wie sich eine spürbare und allgemeine Verbesserung der Verkehrssituation umsetzen lässt. Vorhandene Dorfstraßen kann man nicht ohne zusätzliche Maßnahmen bei einem steigenden Verkehrsaufkommen belasten. Da muss auch schon mal Geld in die Hand genommen werden. Schließlich geht es um das Wohl der Allgemeinheit und dabei vor allem um die Sicherheit der Kinder!
Man kann also nur hoffen, dass die in dem letzten Absatz Ihres Schreibens angeführte „Planung zur Anordnung der baulichen Gehwege im Bereich Lülsdorfer Straße / Loorweg“ fortgeführt wird.
Wie bereits in unserem Schreiben vom 15.08.2011 angedeutet sind wir nach wie vor bereit, mit Ihnen die Sachlage vor Ort zu diskutieren.
mit freundlichem Grüßen
IG Wasser, Umwelt und Jugend
Köln – Porz – Langel e.V.
Gerd Matthiae / 1. Vorsitzender