Seit Verabschiedung des Hochwasserschutzkonzepts Köln am 01.02.1996 durch den Rat der Stadt, ist viel über die Umsetzung diskutiert worden. So wurden bei den neuen Schutzhöhen in etwa die zurück liegenden Pegelhöhen berücksichtig. Das heisst in reinen Wohngebieten sind es 11,30 m Kölner Pegel (KP) – entspricht 49,52 m über NN und einem 100-jährlichen Hochwasser. Diese Hochwassermarke wurde auch für Langel festgesetzt, wie man im Hinweis zum Bebauungsplan Nr 70350/03 nachlesen kann.
Stadtverwaltung und Bezirksregierung Köln haben bei den Verhandlungen im Planfeststellungsverfahren für den Langeler Deich immer bestritten, dass Hochwasserschutz und Bebauungsplan etwas miteinander zutun hätten. Man hat sogar behauptet, dass der Deich als Naturdeich erhalten bleiben und nur auf der Landseite verstärkt werden sollte. Später stellte sich heraus, dass zu der Zeit als diese Aussage gemacht wurde, bereits Pläne für die Einbringung einer Spundwand vorlagen. Und nach Fertigstellung der Hochwassermaßnahmen in den Jahren 2008/09 stellte man fest, dass sich an der ursprünglichen Deichhöhe von 11,30 m KP auch durch die Spundwand nichts geändert hatte.
Verbesserungen hatte es nur in den Bereichen Fron- und Vogtgasse, sowie In der Aue gegeben. Und durch die Pferdekoppeln ziehen sich Hochwassermauern von geringen Höhen. Hier hätte man einen Hochwasserschutz durch Anböschungen vorhandener Wege erreichen können und dadurch noch Geld gespart.
| 1993 - Dezember | Hochwasser 10,63 m KP | entspricht 48,85 m über NN |
| 1995 - Januar | 10,69 m | 48,91 m |
| 2003 - Januar | 9,71 m | 47,93 m |
Im vorgenannten Hinweis zu dem Bebauungsplan Nr. 70350/03 „Hinter Hoven“ wird für die geplanten Häuser ein Objektschutz bis mindestens 50,0 m über NN gefordert. Dazu folgende Vergleiche:
| Objektschutz | 11,78 m KP | entspricht 50,00 m über NN |
| Deichhöhe | 11,30 m | 49,52 m |
| Erdgeschoss-Fussbodenoberkante | 9,98 m | 48,20 m |
Objektschutz bedeutet in diesem Fall, dass alle Versorgungsanlagen für Gas, Strom, Heizung, Telefon usw, wie im vorgenannten Hinweis aufgeführt, oberhalb der Deichhöhe von 11,30 m gleich 49,52 m über NN installiert werden müssen.
Im Hinweis steht außerdem: Dennoch erscheint es wegen der Grundwasserproblematik sinnvoll, auf den Bau von Kellern zu verzichten. Das bedeutet wieder in Bezug auf den Objektschutz, dass die vorgenannten Versorgungsanlagen im Dachgeschoß untergebracht werden müssen.
Obwohl die Interessengemeinschaft in verschiedenen Informationsveranstaltungen immer wieder auf die Grundwasserprobleme im Gebiet „Hinter Hoven“ aufmerksam gemacht hat, wurde dieses Thema von der Verwaltung buchstäblich „verdrängt“. Dabei hätte man nur einige Alteinwohner von Langel um Auskunft bitten müssen.
Und nicht nur Keller von Altbauten wurden in den vergangenen Jahren eingenässt, sondern auch in Neubauten der Straßen In der Bohnenbitze und Spargelweg zeigte sich Feuchtigkeit.
Die RheinEnergie unterhält in Langel mehrere Grundwassermessstellen, die aber alle vom Gebiet „Hinter Hoven“ weiter entfernt liegen. Trotzdem wurde im Jahre 1995 ein Grundwasserpegel von ca. 47,50 m über NN gemessen. Dieser Wert liegt damit ungefähr 0,70 m unter der Erdgeschossfußbodenoberkante der geplanten Häuser. Deshalb rät die Verwaltung in dem vorgenannten Hinweis zum Bebauungsplan jetzt auch von einem Bau von Kellern ab.
Private Aufzeichnungen und Grundwassermessungen wurden in den vergangenen Jahren von Betroffenen immer wieder vorgenommen. Protokolle verzeichnen den Einsatz von Pumpen und deren Leistung im Hochwasserfall.
Aus dem Jahre 2003 liegen folgende Ergebnisse vor:
| 04. Januar 2003 - 22:00 Uhr | Pegel Köln 9,71 m | entspricht 47,93 m über NN |
8 Tauchpumpen im Keller des Hauses und in einem außen liegenden Regenwasserschacht halten den Grundwasserpegel unter ca. 45,25 m über NN, was in etwa der Kellersole entspricht.
Die Sole des Regenwasserschachts liegt bei 42,70 m über NN.
| 06. Januar 2003 - 5:00 Uhr | Pegel Köln fällt langsam – das Grundwasser steigt | Wassereintritt in der Waschküche im Keller |
Installation einer zusätzlichen Tauchpumpe im Regenwasserschacht
| 07. Januar 2003 - 16:00 Uhr | Pegel Köln 8,83 m | entspricht 47,05 m über NN |
Insgesamt 9 Tauchpumpen halten mit einer Leistung von ca. 158,10 m³/h den Grundwasserpegel konstant unter der Kellersole – Waschküche wieder trocken
Messungen im Regenwasserschacht ergeben drückendes Grundwasser, das auch in den folgenden Tagen noch anhält.
Ohne den Einsatz von Tauchpumpen würde der Wasserstand innerhalb des Kellers ca. 1,45 m betragen
Der mittlere Grundwasserstand liegt etwa bei 3,48 m KP, was 41,60 m über NN entspricht