Interessengemeinschaft Wasser, Umwelt und Jugend Köln-Porz-Langel

Lokales aufgelesen
Porz am Montag vom
12. November 2011

von Chefredakteur Gottfried Paffrath

„Ich geh´ mit meiner Laterne…“ singen Kinder anlässlich der St. Martins-Umzüge, die von Schulen, Kindergärten oder der Freiwilligen Feuerwehr organisiert werden. „Ich geh´ mit meiner Laterne …“ klingt es auch an den Haustüren. Ein Martinslied auf Kölsch, wie „Dr hillige Zintermätes“ ist da schon seltener zu hören. Ob Hans, Sven, Mehmet oder Piotr allerdings den Sinn des St. Martinsfestes kennen, muss aufgrund aktueller Ereignisse bezweifelt werden. Das jedenfalls hat mein Freund Fritz erfahren, als die Kinder mit oder ohne Fackel an seiner Haustür klingelten und lautstark Geld einforderten. Da war von Süßigkeiten noch nicht einmal die Rede. Erstaunte Blicke gab es, als Fritz ihnen die Herkunft des St. Martin erklärte, der bekanntlich als Berufssoldat seinen Mantel mit einem nackten Bettler im kalten Winter teilte. Zahlreiche Bräuche, wie der St. Martinszug. das Verteilen von Weckmännern oder Süßigkeiten an der Haustür sind auf den Heiligen des 4. Jahrhunderts zurückzuführen. Davon hatten die Kids offensichtlich weder im Elternhaus noch in der Schule erfahren. Ein Martinslied kannte kaum einer der Befragten. Als Antwort wurde der mobile Tonträger präsentiert mit dem Abspielen von fetziger RAP-Musik. So ändern sich die Zeiten, vielleicht haben diese auch Fritz überholt und er hat es nicht bemerkt. Ein Nachbar hat ihn wohl eines Besseren belehrt. „It´s Halloween“ erklang es dort lautstark vor dem Haus mit der Folge, dass Haustür und Fassade mit rohen Eiern beschmiert wur- den. St. Martin hätte die Lebensmittel mit dem nackten Bettler geteilt. Zerstörte Vorgärten, Randale bei Partys, die das Eingreifen der Polizei erfordern, waren in diesen Tagen Auswirkungen einer Bewegung, die weder etwas mit dem St. Martinsfest noch mit anderen heimatlichen Bräuchen gemein hat. Halloween, die Nacht vor Allerheiligen, haben irische Einwanderer in ihrer neuen Heimat USA im 19. Jahrhundert aufgegriffen und ausgebaut. Bei deren Feiern war weder von Gewalt noch von Zerstörung die Rede. Die Erklärung der Bedeutung des St. Martinfestes und Halloween sollte eigentlich zum Unterrichtsstoff aller Schulen als auch zum „Lehrplan“ der Eltern gehören.

Soweit der Bericht in Porz am Montag, der sich leider auch mit unseren Erfahrungen deckt.

Nachsatz von Gerd Matthiae

Bereits vor einigen Jahren wurden auf einem Bauernhof „geklaute“ Eier gegen Haus-wände geworfen. Das konnte man noch als „Dummenjungenstreich“ hinnehmen. Aber jetzt ist Halloween zu einer anderen Dimension ausgeartet! Darüber haben sich auch schon Mitbürger in unserem Gästebuch unserer Internetadresse beklagt. Sitzbänke wurden (wieder einmal) zerstört und aus der Verankerung gerissen. Und – was noch viel schlimmer ist, mit einem Luftgewehr (?) wurde an mehreren Tagen in den Abendstunden auf ein Haus geschossen! Da fragt man sich, was geht in den Köpfen solcher Leute vor, die u.U. auch ein Menschenleben gefährden können? – Natürlich wurde die Polizei eingeschaltet, aber jeder von uns sollte Augen und Ohren offen halten und seine Umgebung beobachten. Das gilt auch für die vermehrte Zahl von Einbrüchen. – Den dörflichen Charakter von Langel, wie er immer wieder beschrieben wird, werden wir uns nicht von „frustgeplagten Rowdies“ nehmen lassen! Deshalb sind alle Langeler zur Wachsamkeit aufgefordert und sollten in Verdachtsfällen die Polizei unter der Rufnummer 0221 – 229- 4680 oder -5633 oder -5630 verständigen.