Langel find´ ich gut
Unter dieser Überschrift wurde eine Dorfchronik herausgegeben, die durch neue Bild- und Text-unterlagen ergänzt wird. Es finden unter diesem Motto auch so genannte Stadtteilwanderungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger statt. So seit über 5 Jahren zusammen mit der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven e.V., die in ihrem Veranstaltungskalender darauf aufmerksam machen. Aber auch andere Vereine und Berufstätige sind sogar an Sonntagen schon durch Langel gewandert.
Zum Vorzeigen ist das Wasserrad am Binnenwasser leider nicht, das sich seit ein paar Jahren nicht mehr dreht. Einmal von Peter Billutin liebevoll eingezäunt, fristet es heute nur als Torso sein Dasein. Vermutlich wurden Rad und Zaun mutwillig zerstört und nicht wieder repariert.
So schön sich die „Wassermusik“, um 1730 von Georg Friedrich Händel komponiert, auch anhört, solche Bilder sollten der Vergangenheit angehören.
Die Kölner Altstadt sollte man auch bei Hochwasser trockenen Fußes betreten können und nicht wie auf dem Foto vom November 1882 nur mit Kähnen. Damit solches nicht wieder passiert wurde nach den Hochwassern in den Jahren 1993 / 94 und 1994 / 95 am 01.Februar 1996 das Hochwasserschutzkonzept Köln vom Rat verabschiedet.
Verbesserungen an vorhandenen Hochwassereinrichtungen waren auch für Langel im Planfeststellungsabschnitt 13 geplant. Zwischen Langel und Lülsdorf sollte im Planfeststellungsabschnitt 12 ein Retentionsraum für ca. 4,5 Millionen m³ Wasser entstehen. „Dem Rhein mehr Platz geben“ waren die Forderungen auf Grund der Schäden nach den vorgenannten Hochwassern, deren Umsetzung aber nicht überall auf Gegenliebe gestoßensind.
In Langel war es die Einbringung einer Spundwand in den Naturdeich „Auf dem Damm“ (Binnenwasser / Angelteiche) und Mauern auf Pferdekoppeln. Allerdings wurden die bekannten Grundwasserprobleme im „Unterdorf“ nicht berücksichtigt und sind bis heute ein Thema geblieben.
Im Retentionsraum Langel / Lülsdorf soll eine gewollte Flutung durch Ein- und Auslassbauwerke ab einem bestimmten Pegelstand stattfinden. Land-wirte fürchteten nach einer solchen „Überschwemmung“ um ihre Ernteerträge. Die Spargelbauern ebenfalls, denn wer kauft schon „Langeler Spargel mit Beigeschmack“?
In langen Verhandlungen wurden die Pläne diskutiert und Kompromisse erzielt. Am 08.Juli 2009 konnten das Einlassbauwerk auf dem Stadtgebiet von Niederkassel und das Auslassbauwerk in Langel eingeweiht werden. In Zukunft wird es sich bei entsprechenden Pegelständen erweisen, ob sich die Millioneninvestition gelohnt hat oder die Planer sich „ein Denkmal“ gesetzt haben.
Der Deich in Langel wurde durch die Spundwand bis in eine Tiefe von ca. 8,0 Meter nicht erhöht und entspricht weiterhin einem Bemessungshochwasser von 11,30 m Kölner Pegel. In Bezug auf einen Grundwasserabfluss muss sich auch dieser Bauabschnitt noch einer Bewährungsprobe stellen.
Positiv ist der „Deichkronenweg“ als Fuß- und Radweg zu bewerten. Auch der Abschnitt „In der Aue“ ist mit neuer Mauer, Geländer und Ruhezonen ansehnlicher geworden.
Aus Sicht der Spaziergänger und Radfahrer
kann man zumindest nach Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen sagen:
Langel find´ ich gut!